Gleitsichtgläser Vergleich - Hersteller, Marken, Typen und Unterschiede
Gleitsichtgläser unterscheiden sich stark je nach Hersteller, Marke und Glas-Typ. Damit die Gleitsichtbrille perfekt zu deinem Anspruch passt, bauen wir hier eine Seite auf die genau auf die Unterschiede erklärt.
Ein sinnvoller Gleitsichtgläser-Vergleich berücksichtigt genau diese Punkte. Wie beim Auto vergleicht man nicht nur ein Modell, sondern Marke, Baureihe und Ausstattung. Genau solche Unterschiede zeigen wir hier bei Gleitsichtgläsern – zwischen Herstellern, Marken und Glas-Typen.
Darum kann man Gleitsichtgläser nicht einfach über den Preis miteinander vergleichen
Bei Gleitsichtgläsern reicht es nicht, zwei Gläser nebeneinanderzustellen und zu fragen, ob das teurere automatisch besser ist als das günstigere. Entscheidend sind Hersteller, Marke, Glas-Typ, Glasstärke und vor allem der Einsatzzweck. Genau diese Faktoren spielen auch bei einem Gleitsichtgläser Vergleich eine entscheidende Rolle.
Das ist vergleichbar mit Autos: Man vergleicht nicht einfach irgendein rotes Auto mit vier Reifen und zwei Türen. Man schaut auf Hersteller, Modellreihe und Ausstattung. Innerhalb einer Marke vergleicht man etwa A-, C- und E-Klasse miteinander. Übergreifend stellt man Fahrzeuge ähnlicher Klassen gegenüber – zum Beispiel Mercedes GLC, Audi Q5 oder BMW X3. Und wie beim Auto spielen auch Nutzung und Budget eine Rolle: Fahre ich nur einmal pro Woche zum Einkaufen oder viele tausend Kilometer im Monat?
Genau nach diesem Prinzip lassen sich auch Gleitsichtgläser im Vergleich sinnvoll einordnen: innerhalb einer Marke zwischen verschiedenen Glas-Typen und über Hersteller hinweg zwischen vergleichbaren Kategorien. Entscheidend ist dabei immer der Nutzen – lese ich nur gelegentlich einen Preis im Supermarkt oder arbeite und lese ich viele Stunden am Tag.
Unterschiede bei Gleitsichtgläsern leicht erklärt – und warum das trotzdem schwierig ist
Seit es Gleitsichtgläser gibt, versuchen Hersteller und Augenoptiker die Unterschiede zwischen verschiedenen Glastypen verständlich zu erklären. Ganz einfach ist das jedoch nicht.
Bei Autos funktioniert ein Vergleich schnell: PS, Geschwindigkeit oder Verbrauch lassen sich leicht verstehen und visualisieren. Auch bei Kleidung oder Schuhen sind Größen klar definiert.
Bei Gleitsichtgläsern ist das deutlich komplizierter. Die tatsächlich nutzbaren Sehbereiche hängen nicht nur vom Glastyp oder Glasdesign ab, sondern immer auch von der individuellen Sehstärke des Trägers. Zusätzlich empfindet jeder Mensch Sehen etwas anders – ähnlich wie bei der Temperatur in einer Sauna: Für den einen sind 80 Grad sehr heiß, für den anderen noch angenehm.
Ein Beispiel zeigt das Problem:
Hat ein Kunde beim Blick in die Ferne 0,00 Dioptrien und eine Addition von +1,00, während ein anderer Kunde +5,00 Dioptrien mit einer Addition von +2,00 hat, entstehen im gleichen Gleitsichtglas völlig unterschiedliche nutzbare Sehbereiche.
Man kann sogar sagen:
Bei Kunde 1 können die nutzbaren Sehbereiche eines einfachen Gleitsichtglases größer wirken als bei Kunde 2, der ein hochwertiges Premium-Gleitsichtglas trägt.
Genau deshalb lassen sich Gleitsichtgläser nicht so einfach vergleichen wie Autos, PS-Zahlen oder Schuhgrößen.
Versuch die Unterschied Transparent zu machen
Hier seht Ihr die verschiedenen Gleitsichtglas-Arten auf einen Blick – von einfachen und günstigen Varianten bis zu modernen High-End-Gleitsichtgläsern.
Die Bereiche Ferne, Zwischenbereich und Nähe werden oft so oder ähnlich dargestellt. Im Geschäft erklären wir Optiker diese Unterschiede meist klassisch mit Papier und Stift oder heute häufig auch mit einem Tablet oder iPad.
Die „Berge“ im Bild helfen beim Verständnis. Man kann sie sich wie eine Landschaft oder einen Canyon vorstellen.
Hohe Berge bedeuten kleinere nutzbare Sehbereiche. Der Kopf muss stärker mitbewegt werden, um im scharfen Bereich zu bleiben. Flachere Berge bedeuten größere nutzbare Sehbereiche. Man kann entspannter sehen und braucht deutlich weniger Kopfbewegung.
Je hochwertiger ein Gleitsichtglas ist, desto mehr Technologie und individuelle Messwerte können berücksichtigt werden. Dazu gehören zum Beispiel der Augenabstand (PD) sowie der Hornhautscheitelabstand (HSA), also der Abstand zwischen Hornhaut und Brillenglas. Diese Werte helfen dabei, das Sehen mit Gleitsichtgläsern komfortabler zu machen.
Wichtig zu verstehen ist: Die Unterschiede zwischen einfachen und hochwertigen Gleitsichtgläsern betreffen nicht die Sehschärfe in der Ferne. Mit allen Varianten kann man in der Distanz gleich scharf sehen. Der Unterschied liegt hauptsächlich im Sehkomfort und in der Größe der nutzbaren Sehbereiche, besonders bei horizontalen Sehaufgaben wie Lesen, Computerarbeit oder Blickwechseln.
Je hochwertiger die Gläser sind, desto mehr individuelle Faktoren können bei der Berechnung berücksichtigt werden.
Der im Bild dargestellte Bereich mit Astigmatismus ist nicht derselbe Astigmatismus wie bei einer Fehlsichtigkeit. Er entsteht durch das Prinzip eines Gleitsichtglases. Ein Gleitsichtglas enthält nämlich nicht nur eine Stärke, sondern mehrere Stärken, die von der Ferne bis zur Nähe ineinander übergehen.
Beispiele dafür sind:
- Add +1,0 entspricht etwa vier unterschiedlichen Stärken im Glas.
- Add +1,5 entspricht etwa sechs unterschiedlichen Stärken.
- Add +2,0 entspricht etwa acht unterschiedlichen Stärken.
- Add +2,5 entspricht etwa zehn unterschiedlichen Stärken.
Genau deshalb lassen sich Gleitsichtgläser nicht so einfach mit festen Zahlen vergleichen. Jede Sehstärke verändert die tatsächlich nutzbaren Sehbereiche im Glas.
Verglich von Gleitsichtgläsern - Marken und Designs
Basic | Komfort | Premium | Premium + | HiTech |
Seiko Vision X | Seiko Emblem | Seiko Prime X | Seiko Brilliance | |
Shamir InTouch/ Urban | ShamirAutograph III D | Shamir Autograph Intelligenc | ||
Polaris | Pol Optic Futura 2.0 | Matrix Pro | Pol Optic Sequel 2.0 | Varia 4K |
Weber Sphere 2 | Weber Sphere 3/ | Weber Sphere 4 | Weber Cube 4 | Weber Cube 5 |
Hoya Balansis | Hoya Lifestyle | Hoya Lifestyle 4i | Hoya MySelf/ Hoyalux ID | |
Wissenswertes zur Einordnung von Gleitsichtgläsern
Die in der Tabelle aufgeführten Markengläser dienen als repräsentative Beispiele für die jeweiligen Technologie-Stufen. Da der Markt eine Vielzahl an Glastypen bietet, würde eine vollständige Auflistung aller Hersteller den Rahmen dieser Übersicht überschreiten.
Wichtige Hinweise zur Klassifizierung:
- Keine Allgemeingültigkeit: Diese Einteilung stellt keinen allgemeingültigen Industriestandard dar. Die technologische Bewertung kann im Einzelfall variieren.
- Fachliche Expertise: Die hier vorgenommene Sortierung basiert auf unserer 30-jährigen Berufserfahrung in der Augenoptik und der täglichen Auswertung von Kundenfeedback und technischen Datenblättern.
- Individuelle Abweichungen: Es ist möglich, dass andere Optiker oder Hersteller eine abweichende Einordnung vornehmen, da verschiedene Gewichtungen bei der Glasberechnung (z. B. Fokus auf Binokularität vs. maximale Sehbreite) angewandt werden können.
- Persönliche Beratung: Sollte Ihr spezifisches Produkt nicht in der Liste aufgeführt sein, unterstützen wir Sie gerne dabei, dieses technologisch in unser Raster einzuordnen.
Hinweis:
Die folgenden Erklärungen zu Designtechnologien bei Gleitsichtgläsern und Gleitsichtbrillen sind bewusst vereinfacht dargestellt. Ziel ist es, Unterschiede verständlich zu machen – nicht eine vollständige fachliche Detailanalyse abzubilden
Designtechnologie bei Gleitsichtgläsern: Die Landkarte der Gläser für deine Augen
Design kennt man aus der Mode,der Automobilindustrie oder vom Golfplatz – in der Augenoptik ist es bei Gleitsichtgläsern ähnlich. Allerdings lässt es sich hier eher mit einer Landkarte vergleichen. Das Design eines Gleitsichtglases legt fest: An welcher Stelle des Glases finden sich welche Stärken, welchen Weg nehmen die Augen und an welchen Stellen liegen die nicht nutzbaren Bereiche eines Gleitsichtglases?
Gleiche Daten – völlig andere Wirkung bei Gleitsichtgläsern
Dabei hängen die Sehergebnisse maßgeblich vom Design eines Gleitsichtglases ab, denn unterschiedliche Designs erzielen eine unterschiedliche Wirkung. Ein Ferrari und eine AMG G-Klasse mit derselben PS-Zahl und demselben Kaufpreis erzeugen bei potenziellen Käufern eine völlig unterschiedliche Wirkung, weil sie das Design unterschiedlich wahrnehmen.
Subjektive Wahrnehmung beim Golf – vergleichbar mit Gleitsichtbrillen
Ein weiteres Bildbeispiel ist ein Golfplatz: Bei der Art, wie ein Golfplatz gebaut wird, spricht man ebenfalls von Design. Wo liegen Bunker, wie lang ist die Bahn, wie groß sind die Grüns? Obwohl es objektive Beurteilungen nach „leicht“ oder „schwer“ gibt, empfinden Golfer diese Designs unterschiedlich. Ein Design, das dem einen entgegenkommt, empfindet ein anderer als unangenehm oder beim Spiel als zu schwer – genau wie bei einer Gleitsichtbrille.
Transfer auf Gleitsichtgläser und Gleitsichtbrillen
Überträgt man dies auf die Augenoptik, bedeutet das: Unterschiedliche Sehgewohnheiten kommen unterschiedlichen Anforderungen eines Gleitsichtglases entgegen – oder eben nicht. Das ideale Gleitsichtglas ist das, dessen „Landkarte“ exakt zu deinem persönlichen Seh-Stil passt und damit die Grundlage für eine funktionierende Gleitsichtbrille bildet.
Kurz gesagt:
Das Design eines Gleitsichtglases entscheidet darüber, wie gut du mit deiner Gleitsichtbrille wirklich siehst – nicht nur die Stärke.
Diese Designs gibt es bei Gleitsichgläsern:
Vorderflächen-Design (historisch):
Die klassische Bauweise der ersten Gleitsichtgläser. Hier wurde der komplette Wirkungsanstieg – also die Veränderung der Stärke vom Fern- zum Nahbereich – auf die Vorderfläche des Glases gelegt. Die Rückfläche diente hauptsächlich der Korrektur der Fehlsichtigkeit. Heute ist dieses Design weitgehend vom Markt verschwunden, da modernere Gleitsichtgläser deutlich mehr Sehkomfort bieten.
Rückflächen-Design:
Ende der 90er Jahre brachte Seiko mit dem P-1GR eines der ersten Gleitsichtgläser auf den Markt, bei dem der Wirkungsanstieg vollständig auf die Rückfläche verlagert wurde. Dadurch liegt die Progression näher am Auge, was in der Praxis zu ruhigeren Sehbereichen und besser nutzbaren Zonen führt. Diese Technologie ist heute ein zentraler Bestandteil moderner Gleitsichtgläser.
Doppelprogressiv-Design:
Mit dem Hoyalux iD führte Hoya ein Gleitsichtglas ein, bei dem der Wirkungsanstieg auf Vorder- und Rückfläche verteilt wird. Ziel dieser Bauweise ist es, Abbildungsfehler und seitliche Unschärfen besser zu kontrollieren und die Sehbereiche ausgewogener zu gestalten.
Wichtig:
Alle drei Technologien haben ihre Berechtigung und unterscheiden sich vor allem in der Art, wie Sehbereiche aufgebaut und wahrgenommen werden.
Designphilosophie bei Gleitsichtgläsern: Hart vs. weich
Neben der technischen Bauweise unterscheidet man zwei grundlegende Designansätze bei Gleitsichtgläsern.
Hartes Design (klassisch europäisch geprägt):
Harte bzw. europäische Designs haben den Ansatz, einen möglichst breiten und stabilen Fernbereich zur Verfügung zu stellen und akzeptieren dafür stärkere Astigmatismen im Randbereich sowie einen schnellen Anstieg dieser.
Weiches Design (häufig bei asiatischen Herstellern wie Seiko oder Hoya):
Weiche bzw. asiatische Designs verteilen den Progressionsanstieg über eine möglichst lange Strecke. Dadurch verkleinert sich die Breite des Fernbereichs und des unteren stabilen Nahbereichs zugunsten eines geringeren, besser verträglichen Stärkenanstiegs pro Millimeter im Progressionskanal
In der Praxis zeigt sich:
Diese Designphilosophien kommen unterschiedlichen Sehgewohnheiten entgegen. Während weichere Designs oft von kurzsichtigen Kunden als angenehmer empfunden werden, profitieren weitsichtige Kunden häufig von klar strukturierten, stabilen Bereichen.
Freiform-Technologie:
Ein Begriff der immer wieder fällt ist Freiform- Technologier. Moderne Gleitsichtgläser werden heute individuell berechnet. Die sogenannte Freiformtechnologie ist dabei mittlerweile Standard und kein exklusives Merkmal einzelner Hersteller mehr – auch wenn sie häufig als Besonderheit dargestellt wird. Entscheidend ist: Freiform beschreibt die Art der Berechnung und Fertigung, nicht das Design selbst. Das bedeutet, dass sowohl harte als auch weiche Designs sowie Rückflächen- oder doppelt progressive Gleitsichtgläser in Freiformtechnologie umgesetzt werden können.
Was bedeutet das für die Einteilung der Gleitsichtgläser?
Die Einteilung in Basis, Komfort, Komfort Plus, Premium, Premium Plus und Hightech hat nichts damit zu tun, ob ein Gleitsichtglas hart oder weich gerechnet ist oder ob es sich um ein Rückflächen- oder doppelt progressives Design handelt. Diese Technologien können in allen Preis- und Qualitätsstufen vorkommen.
Der Unterschied zwischen den einzelnen Stufen liegt vielmehr in der Präzision der Berechnung, der Größe und Stabilität der nutzbaren Sehbereiche sowie darin, wie gut das Gleitsichtglas an individuelle Sehgewohnheiten angepasst wird.
👉 Einfach gesagt:
Nicht das „Ob“ der Technologie entscheidet, sondern wie gut sie umgesetzt wird.
Ein Basis-Gleitsichtglas kann also technisch ähnlich aufgebaut sein wie ein Premium-Glas – der Unterschied liegt in der Feinabstimmung, den Sehbereichen und dem gesamten Seheindruck im Alltag.
Fragen und Antworten FAQ
Das versteht man unter Flächendesign
Unter Flächendesign versteht man die Art und Weise, wie ein Gleitsichtglas technologisch aufgebaut ist. Dabei geht es darum, wie die unterschiedlichen Sehbereiche für Ferne, Zwischenbereich und Nähe auf der Glasoberfläche berechnet und miteinander verbunden werden. Das Design bestimmt, wie groß die nutzbaren Sehbereiche sind und wie stark die unvermeidbaren Randverzerrungen im Glas ausfallen. Moderne Gleitsichtgläser nutzen komplexe Berechnungen, um diese Bereiche möglichst harmonisch zu gestalten und den nutzbaren Sehbereich zu vergrößern.
Gelten eure Preise für jedes Glas
Die Preise auf unserer Preisseite gelten für die Gleitsichtgläser der Hersteller, mit denen wir fest zusammenarbeiten. Diese Partner unterstützen unser Prinzip, dass gutes Sehen kein Luxus sein darf. Dadurch können wir viele Gleitsichtgläser zu den festen Preisen auf unserer Webseite anbieten.
Grundsätzlich können wir jedoch nahezu jedes Gleitsichtglas anderer Hersteller bestellen. In diesem Fall erstellen wir ein individuelles Angebot. Der Preis liegt meist weiterhin unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, kann aber über unseren festen Hauspreisen für unsere Partnergläser liegen.
Am Ende entscheidest du selbst, welches Gleitsichtglas du möchtest. Zu den Preisen
„Wir erweitern diesen Gleitsichtgläser-Vergleich regelmäßig um weitere Hersteller, Marken und Glasdesigns. Ziel ist es, Unterschiede zwischen verschiedenen Gleitsichtgläsern verständlich zu erklären.“














